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Rückblick: 27. Mai 2019
Dialektvortrag: Med aana schwoazzen Dintn
Referent: Fritz Fahrner
Ziemlich pünklich um 19.00 Uhr war unser Extrastüberl wieder gut gefüllt. Frau Gunsam
begrüßte uns kurz und herzlich und gab das Wort  gleich an Herrn Fahrner weiter.
Unser Referent erzählte uns, dass die österreichische, besonders aber die Wiener Mundart
ihn schon immer interessierte und zu einem seiner Hobbies zählt. Wie sich dann auch gleich
herausstellte, beherrscht er sie  und  wir mußten alle sehr aufmerksam zuhören, damit
wir auch wirklich alles verstanden.
Er wählte für uns einen leichten Einstieg:  Peter Roseggers "Entdeckung Amerikas" .
Bei H.C. Artmann (1921-2000; war 1986 Mainzer Stadtschreiber) wurde es schon schwieriger.
Herrn Fahrner hat drei Gedichte  aus "Med ana schwoazzn Dintn" einem expressionistischen
Werk mit surrealistischen "schwoazzn Inholden" markaber und grotesk ausgesucht.
Da mußten wir schon ganz genau hinhören um alles zu verstehen!!
Danach hörten wir  aus dem Gedichtband "Aus der Kuchlkredenz" von Trude Marzik
(1923-2016) "Unterm Packpapier".
Von Anton Plattner (Wiener Heimatdichter 1921-1978) das Gedicht "Mozart".
Aus  Wiener Mundartgedichte "Mia lossn uns ned owedraan" von Anton Krutisch "Bananen".
Und zum Abschluß gab unser Referent einen eigenen Mundartvortrag "Salzburger"
zum Besten.
Unterlegt wurde die einzelnen Gedichte mit diversen Bildern der Autoren und deren Bücher,
zusammengestellt von Josef Rohringer.
Frau Anne-Marie Gunsam bedankte sich bei allen Aktiven.
Es war ein kurzweiliger, sehr heiterer Abend, trotz unserer fürchterlichen politischen Situation
in Österreich, die natürlich auch diskutiert wurde,  uns den Appetit aber nicht verdorben hat.
                                                                                                                                        G.N.
Rückblick: 30.09.2019 19.00 Uhr
Filmvorführung: Die Landesgalerie Niederösterreich
Das Thema hat viele Österreicher sehr interessiert, so dass in unserem Extrazimmer
im Gasthof "Zum Bürgerhof" fast kein Stuhl leer blieb.
Nach einer kurzen Begrüßung von Frau Anne-Marie Gunsam, startete Herr Josef Rohringer,
der  diesen Beitrag ausgewählt hat,  gleich den  Film.
Die Landesgalerie, die sich in Krems-Stein befindet, wurde am 25.05.2019 eröffnet.
Sie verbindet Bestände der Landessammlungen Niederösterreich mit wichtigen
Privatsammlungen. Aber  auch Themen- und Personenausstellungen werden zur Attraktivität
des Museums beitragen. So die aktuelle Austellung: "Franz Hauer-Selfmademan und
Kunstsammler der Gegenwart".
Der EU-weite Wettbewerb wurde 2015 vom Vorarlberger Architekturbüro Marte-Marte gewonnen.
3000 m2 Ausstellungsfläche befinden sich in einem viergeschossigen lichtdurchfluteten, sowohl
zur Innenstadt als auch zur Donau hin offenen sehr eleganten Museumsbau.
Im Film  konnten wir die von allen Seiten sehr attraktive Außenansicht bewundern und die
Räumlichkeiten im Innern. Auch das Konzept der Hängung der Bilder wurde erläutert und
natürlich auch an Hand vieler Beispiele vorgeführt.
Ein 45-minütiger Film, der sehr informativ war und uns zu einem erneuten Besuch in die
wunderschöne Stadt Krems angeregt hat.
Das Essen mußte ein bisserl warten, schmeckte uns aber im Anschluß der Vorführung und des
herzlichen Schlußapplauses  sehr gut.
    Um Punkt 18.00 Uhr eröffnete Herr Dr. Hans-Herbert Gartner, der diesmal  die
Gestaltung des Abends   übernommen hatte, die Veranstaltung.
In seiner charmanten Art begrüßte er uns - einen vollen Saal mit ca. 50 Gästen
-  und kündigte  die Vortragenden an und leitete durch den Abend. Zu Beginn
konnte er unseren Oberbürgermeister, der am Vortag wiedergewählt wurde,
herzlich begrüßen. Trotz seines vollen Terminkalenders hat er sich Zeit für uns
genommen und ein humorvolles Grußwort gehalten.
Die Musik kam an diesem Abend nicht zu kurz. Wir hatten zwei hervorragende
Interpretinnen, und zwar Frau Renate Kehr/Flöte und Frau Mariam Saakova
aus Armenien am Klavier. Sie begleiteten uns nicht nur beim Absingen der
Bundeshymne-alle 3 Strophen natürlich, sondern spielten auch zwischen den
Vorträgen wunderschöne Stücke von hebräischen, armenischen, polnischen (Chopin)
aber auch österreichischen Musikern (Schubert und Mozart).
Unser Honorarkonul, Herr Dr. Stephan Hutter mußte leider kurzfristig absagen,
aber Herr Dr. Gartner hatten für Ersatz gesorgt und was für einen "Ersatz".
Herr Prof. Dr. Stephan Füssel erzählte uns anläßlich des 500. Todestages von
Maximilian I. aus seinem Leben - Schwerpunkt Heiratspolitik, unser lieber
"letzter Ritter" kam nicht gut weg!! Hochinteressant uns sehr humorvoll vorgetragen
- donnerner Applaus!!
Ja, und wir hatten ja noch weitere Ehrengäste: Herr Dr. Gartner konnte
Frau Sybille Kalkhof-Rose, die Witwe es ersten österreichischen Honorarkonsuls,
Frau Jasmin Klein vom Honorarkonsulat in Frankfurt und Thomas Zarda von der
öst. Handelsdelegation auf das herzlichste begrüßen.
Bevor das Buffet eröffnet wurde, bedankte sich Frau Anne-Marie Gunsam bei allen
Aktiven und Ehrengästen für ihr Kommen mit wunderschönen Blumensträußen.
Ein abwechslungsreicher Abend - nochmals vielen Dank an
Herrn Dr. Hans-Herbert Gartner - ging gegen 22.00 Uhr zu Ende.
 Rückblick: 28. Oktober 2019 im Erbacher Hof
 Österreichischer Nationalfeiertag
G.N.
Rückblick:  29. November 2019, 19.00 Uhr,
"Der Wiener Stephansdom" und Einstimmung in den Advent
                             
Das Extrazimmer des "Bürgerhofs" in Gonsenheim war mit
ca. 20 Personen gut besetzt und Herr Rohringer startete
nach der Begrüßung von Frau Anne-Marie Gunsam den
o.g. Film aus der ORF-Reihe "Aus dem Rahmen".
Karl Hohenlohe begrüßt vor dem Riesentor Dompfarrer
Anton Faber, der  kurz das Tympanon erklärt und in dem
Dom führt. Wir erfuhren u.a. das 5,2 Millionen Gäste dieses
 eindrucksvolle Bauwerk im Jahr  besuchen. Der Dom in seiner
heutigen Form stammt aus dem Jahre 1511, die Geschichte
reicht allerdings bis ins Jahr 1147 zurück. Rudolf IV, der
 
Stifter hat die Kirche 1365 zur Domkirche erhoben.
 
Sowohl sein Grabmal, als auch das Grabmal Friedrichs III (1469 vollendet)
werden  erklärt.Durch das Hauptschiff gelangen wir in das rechte Seitenschiff
zum Wiener Neustädter Altar aus dem 15. Jh.,den wir in seiner ganzen Pracht
bewundern können. Dann geht es vorbei am Orgelfuß an dem sich Meister
Pilgram verewigt hat in die Taufkapelle mit gotischem Mamorbecken.
Ein Meisterwerk der spätgotischen Plastik durfte nicht fehlen - die Kanzel
mit dem uns allen bekannten Bildnis des Fensterguckers. Der Film zeigt auch
Teile des Domschatzes u.a. das Leichentuch Rudolf des Stifters und liturgische
Gegenstände aus dem 12. Jh.. Weiter geht es in die Dombauhütte,
wo Dombaumeister Wolfgang Zehetner die Arbeitsabläufe erklärt. In der
Valentinskapelle erläutert Frau Dr. Renate Kohn "Kritzeleien" aus dem Jahre 1479,
und zwar ein studentisches Aufnahmeritual - hochinteressant. Die Führung endet
auf dem unvollendeten Nordturm, bei der größten Glocke Österreichs, der Pummerin.
Nachdem sie 1945 zerschellte, wurde sie aus den Bruchstücken neu gegossen und
als Geschenk des Bundeslandes Oberösterreich 1951 im Nordturm aufgehängt.
Sie läutet nur an Hochfesten sowie in der Neujahrsnacht.
Einstimmig waren wir der Meinung, dass so informative Kurzfilme viel öfter
gezeigt werden sollten!!!!
Angeregt plauderten wir in adventlicher Stimmung und bei
gutem Essen bis ca. 21.30 Uhr.
Die Aktiven der "Österreicher in Mainz" wünschen eine besinnliche
Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes, gesundes Neues Jahr.
                                                                              G.N.
Rückblick: Montag, 27. Jänner 2020, 19.00 Uhr
100 Jahre Österreich: Die Politik 1918 - 2018 im Spiegel des Humors
Lesung von Dr. Maria Menzel und Josef Rohringer
Nach lebhafter Plauderei kam die Begrüßung durch Frau Anne-Marie Gunsam
etwas verspätet . Herr Rohringer führte kurz ein: die Quelle des Vortrags ist das
Buch mit dem o.g. Titel von Johannes Kunz 2017 erschienen. Der Autor war u.a.
Pressesprecher von Bundeskanzler Bruno Kreisky und Informationsintendant des
ORF. Ein scharfsinniger Beobachter der Politik mit  viel Sinn für Humor.
Frau Dr. Menzel war die vorzüglich im Stehen plaudernde Vortragende, die sich
ausdrücklich für den Inhalt nicht verantwortlich zeichnete "war alles von Josef
Rohringer vorbereitet und zusammengestellt worden"!!
In fünf geschichtlichen Abschnitten wurden wir mit dem jeweiligen aus der Situation
bedingten Humor konfrontiert. Einige Kostproben:
                                  1. Die allerletzte Phase der Monarchie
                                   Für diese Zeit hat  Herr Rohringer  Dr. Karl Lueger, 
                                   "schöner Karl" genannt, ausgewählt. Er war bis 1910
                                    Wiener Bürgermeister und antisemitisch eingestellt,
                                    hatte aber viele jüdische Freunde. Diesen Widerspruch löste
                                    er mit dem Satz "Wer a Jud is, bestimm  i"!  Auch die aus
                                    Böhmen zugewanderten Gewerbetreibenden (seine Wähler!)
                                    nahm er in Schutz:  "Laßt's mir meine Böhm in Roah...".
                                    2. Die demokratische Zeit der Republik (1918 - 1933/34)
                                    Der erste Weltkrieg war verloren, die Republik ausgerufen
                                    und die Anekdoten und Witze ließen nicht lange auf sich
warten, u. a. diese: In der Pensionistenstadt Graz sitzen ein früherer Felmarschall
und dessen ehemaliger Adjudant bei einer Schale Gold im Kaffeehaus.
Nachdem sie die Tagesfragen erledigt haben, sagt der pensionierte Feldmarschall:
"Weißt, lieber Freund, wenn man bedenkt, was wir für eine herrliche Armee gehabt
haben - was sag' ich, die fabelhafteste Armee der ganzen Welt! Und was machen
die Trotteln mit der Armee? In den Krieg haben sie's g'schickt!"
3. Die Zeit des autoritären Ständestaates/1934-1938
1932 wurde Dr. Engelbert Dollfuß neuer Bundeskanzler. Ob seiner geringen
Körpergröße wurde er u.a. Zielscheibe von Witzen: Ein Herr bestellt in einem
Kaffeehaus "einen Dollfuß". Der Kellner fragt, was denn "ein Dollfuß" sei.
"No, ein kleiner Schwarzer!"
. 
Samir ist es gelungen, aus Nazi-Deutschland nach Amerika zu emigrieren.
Hier in New York besucht er Itzig, der längst da ist. Mit Verwunderung bemerkt
Samir ein Hitler-Bild an der Wand. "Bis Du übergeschnappt? Wozu dieses Bild?"
"Gegen's Heimweh!"
5. Die erfreuliche lange und stabile Periode der Zweiten Republik seit April 1945
Nach einer  Einführung in die politischen Nachkriegsverhältnisse Österreiches
folgten Anekdoten aus dieser bis in die heutige Zeit. Eine  Auswahl:
Von Karl Fakas ist diese Bemerkung überliefert: "Ich hab' einen Onkel gehabt,
der ist in Österreich geboren, hat in Ungarn studiert, in der Tschechoslowakei
gearbeitet und ist in Deutschland gestorben. Aber dabei ist er sein ganzes Leben
lang nie aus Pressburg herausgekommen."
Der frühere Bundeskanzler Viktor Klima weiß: "Die österreichische Mentalität ist:
Wir brauchen Reformen, aber nix darf sich ändern." Also raunzen wir einfach weiter.
Das machen wir aber nicht.
Wir bedankten uns mit herzlichem Applaus, Frau Gunsam  mit ebenso herzlichen
Worten bei unseren zwei Aktiven, Frau Dr. Menzel und Herrn Rohringer für den
lehrreichen und gleichzeitig sehr amüsanten Abend, der nach gemeinsamen Essen
und Plaudern gegen 22.00 Uhr ausklang.
 
                
                                      
4.Die Zeit des sogenannten "Anschlusses" an Hitler-Deutschland